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Lost in Space

Time to say goodbye, Cambodia. Hello again, Thailand.

Nach unserem aufregenden Tag im Dschungel der Koh Kong Provinz haben wir uns vor ein paar Tagen vom wunderschönen Kambodscha verabschiedet und sind unsere Reise zurück nach Thailand angetreten. Mit dem Bus ging es zum nur 10 km entfernten Grenzübergang, die Ausreise aus Kambodscha eine Belastungsprobe für sämtliche Nerven. Korrupte Beamte, die irgendwelche Formulare von dir sehen wollen, die du eigentlich bei der Ausreise gar nicht mehr vorzeigen müsstest, wieder Fingerabdrücke hinterlassen, Foto machen usw. Und das alles bei fast 40 Grad. Aber wir behalten die Ruhe, schließlich haben wir ja Urlaub und Zeit. Hinter uns in der Schlange steht ein Pärchen aus Berlin, das Quatschen über Gott und die Welt vertreibt uns Vieren die Zeit. Nach einer guten Stunde haben wir Kambodscha offiziell verlassen und es heißt anstellen für die Einreise nach Thailand. Selbe Prozedur nochmal, nur nicht ganz so mühsam. Dann heißt es warten auf den Mini-Bus, der uns auf die Insel Kho Chang im Golf von Thailand bringen soll. Nach gut 2 Stunden Aufenthalt an der Grenze geht die Fahrt los – wir mussten noch drei Mitreisende los werden, weil der Bus nur elf Sitzplätze hatte und 14 Menschen gebucht hatten. Intuitiv entschied sich der Fahrer für die drei aus Deutschland, keine Ahnung, wie die weiter gekommen sind 😉

Wir fahren auf einer gut ausgebauten Straße nach Trat, von dort bringt uns die Fähre nach Kho Chang. Wir schaffen es erst zur Fähre um 18 Uhr und haben so das Glück, den Sonnenuntergang direkt von der Fähre aus genießen zu können. Nach einer gemütlichen einstündigen Bootsfahrt kommen wir schließlich am Hafen von Kho Chang an und unser Mini-Bus bringt uns bis vor die Tür unseres Hotels „Kai Bae Beach Hotel“, auf einem Strandabschnitt auf der westlichen Seite der Insel. Kho Chang ist übrigens die größte Insel im Golf von Thailand und steht komplett unter Naturschutz, denn die gesamte Insel ist 1982 komplett zum Nationalpark erklärt worden. Wir quartieren uns in einem Bungalow ein, der uns für die ganze Woche zu teuer ist (kostet 43 Euro pro Nacht), weil uns die nette Dame an der Rezeption keinen Rabatt geben will. Es ist aber Nebensaison und es geht uns um’s Prinzip, deshalb bleiben wir vorerst einmal nur drei Nächte hier – statt der geplanten Woche.

Natürlich haben wir auch wieder einen fahrbaren Untersatz (Moped), es gibt immerhin eine Hauptstraße, die fast um die ganze Insel herum geht. Die Straße ist mördersteil und verwandelt sich bei Regen in eine Eislaufbahn. Davon sind wir gestern Zeugen geworden… Wir haben den Tag damit begonnen, in den Norden zum Elefantentrekking zu fahren. Es gibt hier ein Camp, wo ehemalige Arbeitselefanten für Touristen zum Reiten „umfunktioniert“ wurden, das wollten wir uns auch ansehen. Da „Chang“ ja Elefant heißt und Kho Chang die Elefanteninsel ist – man muss sich dazu die Form ansehen, dann weiß man, warum – gibt es hier mittlerweile schon mehrere solcher Camps. Wir haben uns aber für das alt eingesessene entschieden. Die 40 Minuten reiten waren echt toll und der kleine Dumbo war ganz schön groß, aber total brav 😉 Zur Belohnung gab’s jede Menge Bananen von mir und ein paar Streicheleinheiten.

Bei der Rückfahrt mit dem Moped zum Hotel hat uns dann der Regen eingeholt und wir sind Gott sei Dank rechtzeitig an den Straßenrand gefahren und haben uns unter einem Baum untergestellt. Man muss sich die Straße so vorstellen: Steil, sehr kurvig und das ganze wird in Kombination mit Regen eine gefährliche Rutschbahn. Die ersten Mopeds schlitterten schon nach wenigen Minuten an uns vorbei und ein russischer Tourist sah nach wenigen Metern bergab schlittern auch ein, dass es besser sei, abzuwarten. Dann hörte man plötzlich hinter uns das Geräusch von blockierenden Reifen und Geschlitter. Ein Auto versuchte anzuhalten, es rutschte jedoch nur mehr dahin und rutschte dann seitlich von der Fahrbahn ab. Es ist nur Blechschaden entstanden, aber das Auto da wieder herausbekommen… puh. Die beiden Jungs trugen’s mit Fassung, schauten erstmal nach, ob noch alles dran war, liefen dann ein paar Mal – barfuß – die Straße auf und ab. Und als sich dann der fahrende Eismann mit seinem Moped zu uns gesellte, kamen auch die beiden zu uns herüber und gönnten sich erst mal ein Eis im strömenden Regen. Das nennt man Unfall-Erstversorgung auf thailändisch.

Das Wasser rann mittlerweile in Sturzbächen die Straße hinunter und als der Regen etwas nachließ, wagten auch wir die Fahrt bergab. Mit Stefan’s langjähriger Motorraderfahrung war das kein Problem und so kamen wir völlig durchnässt aber sicher im nächsten Stadtteil an. Dort gönnten wir uns erst mal eine heiße Schokolade und Pommes – richtig gesund halt, auf den Schreck hinauf 😉 Richtige Seen bildeten sich und die Straßen füllten sich mit riesigen Pfützen, so ist das hier, die Kanäle sind gleich mal überlastet. Aber man trägt es mit Fassung, schließlich ist der Regen genauso warm wie das Meer. Wir schlürften unseren Kakao und sobald der Regen etwas nachließ wagten wir die Heimfahrt ins Hotel – über die nächsten zwei Hügel. Der Regen hielt lange an, auch heute hat es soeben wieder geregnet, aber dieses Mal haben wir die Wolken richtig eingeschätzt und haben uns rechtzeitig auf den Weg gemacht 😉

Heute Morgen sind wir einen Strand weiter gezogen: Wohnen nun am „Lonely Beach“ im „Nature Resort“ – hier darf sich alles Resort nennen, was ein paar Hütteln hat. Also nicht, dass ihr euch jetzt ein echtes Ressort vorstellt 😉 Wir teilen uns unseren Bungalow mit Fritz der Fliege, Charlie der Gelse und Jimmy der Ameise. Und sie haben auch alle ihre Familie mitgebracht, damit uns heute Nacht nicht langweilig wird. Leider teilen wir unseren Raum nicht gerne mit Schmarotzern, die sich nicht an den Kosten beteiligen wollen und uns nur unser Blut aussaugen wollen, deshalb sind wir heute losgezogen, um einen riesigen Insektenspray zu kaufen. Und siehe da: Nach zweimaliger Komplett-Evakuierung unsererseits auf die Terrasse, während das Teufelszeug einwirkte, haben sich alle unsere Freunde verabschiedet. Naja, auf den Rücken gelegt und die Beinchen hochgestreckt, trifft’s wohl eher… Sorry an alle Tierschützer.

Wir haben euch heute ein paar nette Schnappschüsse aus Kambodscha in eine eigene Galerie gestellt und auch ein paar Bilder von hier – Kho Chang. Viel Spaß damit!

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3 Kommentare

  1. Grete Ristits 27. März 2012

    Na ja, so fröhliche Kinder auf der Schaukel, das beruhigt und bestätigt, dass es Euch gut geht. Aber Eure Fahrten, womit auch immer, hören sich schon abenteuerlich an. Die armen Tiere, Nicole so kennt man Dich gar nicht. Nimm den Spray mit nach Hause, vielleicht haben sich während Eurer Abwesenheit in Piding auch welche eingenistet. Hauptsache , Ihr seid gesund, an Abenteuern kann Euch wohl eh nichts mehr aus der Ruhe bringen. Viel Spass noch, Bussi

  2. Roman 27. März 2012

    Hallo ihr beiden!
    Koh Chang hört sich gut an und sieht auch toll aus – ich sag nur white sand beach, der Name ist Programm. 😉 Ich werds mir im Juli übrigens im „KC Grande“ gut gehen lassen. (Achtung Schleichwerbung http://www.kckohchang.com/) 🙂
    Und in Bankok im Hotel „Buddy Lodge“ direkt in der Khaosan Road mit Pool am Dach und McDonald’s in der Lobby. 😀 … falls ihr nochmal in Bankok übernachtet. Ihr könnt natürlich gerne als Vortester fungieren und mir dann detaillierte Berichte schreiben. 😉
    Viel Spaß noch und schöne Grüße nach Thailand!

  3. Stefan 29. März 2012 — Autor der Seiten

    Lieber Roman,
    wir sind gestern bei „deinem“ Hotel vorbeigefahren. Da habt ihr euch ja einen tollen Schuppen für eine Maturareise ausgesucht… Eine Frage haben wir noch: Wissen die Thailänder, was „Maturaklassen“ sind? Stichwort: Alles abmontieren, was nicht kaputt werden darf 😉 Das Resort ist nämlich – zumindest von außen – sehr schön und fein! Gefällt dir sicher dort 😉
    Liebe Grüße
    Nicole

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